Freitag, 27.10.2017, 19 Uhr, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10243 Berlin
Die „blinden Flecken“ im Marxismus und die Interventionen der 70er und 80er Jahre: Feminismus, Post-Colonial und Subaltern Studies, Cultural Studies

Mit María do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan und Angela McRobbie.

Auf dem Auftakt-Podium zu „150 Jahre Kapital“ am Freitag sitzen drei mittlerweile ältere Männer. Das ist durchaus repräsentativ für die damalige Situation. Das Podium am Samstag soll bewusst die Interventionen, die Konfrontationen und die (z.T. innermarxistische) Kritik zum Gegenstand haben, die in den 1970er und 80er Jahren auf die neue Marx-Aneignung der 60er gefolgt sind. Das Podium soll ausschließlich mit Frauen besetzt werden, die für diese Intervention repräsentativ sind und die bestimmte weiße oder blinde Flecken benannt haben, sei es im Marxismus oder bei Marx selbst. Diese blinden Flecken betrafen vor allem die Geschlechterverhältnisse, die Frage der Kolonien, der Kolonialgeschichte und der Sklaverei, und schließlich die Bedeutung der Kultur und all der Praxen, die nicht unmittelbar ökonomisch sind oder zu sein scheinen.

María do Mar Castro Varela (Padua) wird die feministische Intervention der 1970er Jahre vorstellen.

Nikita Dhawan (Berlin) vertritt die postkoloniale Kritik der 1980er Jahre. Sie schrieb mit María do Mar Castro Varela eine kritische Einführung in die Postkoloniale Theorie.

Angela McRobbie (London) stellt als Vertreterin die Kritik der Cultural Studies und die Intervention der Birmingham School vor. Mc Robbie ist Professorin für Communication, beschäftigt sich im Bereich der Cultural Studies mit marxistischer und feministischer Theorie.